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Heizen mit einer Gasbrennwertheizung

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Moderne Gasbrennwertheizungen arbeiten emissionsärmer als alte Gaskessel, sind platzsparend und vergleichsweise günstig in der Anschaffung. Aufgrund strenger gesetzlicher Vorgaben und steigender Energiekosten sollte die Entscheidung für eine Gasheizung jedoch gut durchdacht sein.

Lina Strauss, Online-Redakteurin
Lina Strauss
Gasbrennwertheizung in Nahaufnahme
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Wie funktioniert eine Gasbrennwertheizung?

Eine Gasbrennwertheizung nutzt primär die Wärmeenergie, die beim Verbrennen von Gas entsteht. Darüber hinaus kann sie durch ihren speziellen Aufbau auch die in den Abgasen enthaltene Restwärme nutzen. Das geschieht durch die sogenannte Kondensationswärme: Der im Abgas enthaltene Wasserdampf wird abgekühlt, kondensiert und gibt dabei zusätzliche Energie ab. Somit gewinnt die Anlage Wärme aus zwei Prozessen und heizt auf diese Weise äusserst effektiv. Bei älteren Gasheizungen wurden die heissen Abgase direkt in den Kamin geleitet, ohne diese wertvolle Energie für den Heizprozess zu nutzen.

In Wohnungen oder bei knappen Platzverhältnissen werden meist kompakte, wandhängende Gasthermen installiert. In Einfamilienhäusern mit Heizungskeller sowie in Mehrfamilienhäusern kommen hingegen häufiger bodenstehende Gasbrennwertkessel zum Einsatz.

Grafik Heizung öl Gasheizung Brennwert Heizwert
Die Gasbrennwertheizung ist deutlich effizienter als herkömmliche Gaskessel.

Die Vorteile von Gasbrennwertheizungen im Überblick

  • Effizienz: Während bei alten Niedertemperatur- oder Konstanttemperaturkesseln Abgase mit bis zu 200 °C ungenutzt verloren gehen, wird bei der Brennwerttechnik der enthaltene Wasserdampf abgekühlt, bis er kondensiert. Die Abgase verlassen das Gerät oft nur noch mit 30 bis 50 °C. Der Brennwerteffekt steigert die Effizienz der Anlage im Vergleich zu alten Gaskesseln um 10 bis 15 Prozent.

  • Kompakte Bauweise: Wandhängende Gasthermen sind oft nicht grösser als ein Hängeschrank. Aber auch moderne bodenstehende Gasbrennwertkessel sind sehr kompakt gebaut und benötigen weniger Platz als alte Heizsysteme.

  • Flexible Montage: Da Gasbrennwertheizungen keine Russentwicklung und praktisch keinen Feinstaubausstoss aufweisen, können kompakte Geräte theoretisch sogar im Wohnbereich oder in einem Reduit installiert werden.

  • Kein Tank oder Lager nötig: Ein entscheidender Vorteil von Erdgas ist die Versorgung mit Brennstoff ohne eigenen Tank oder Brennstofflager. Es genügt der Anschluss an das lokale Gasnetz. Gibt es diesen nicht, besteht auch die Möglichkeit, die Gasbrennwertheizung mit Flüssiggas aus einem eigenen Tank zu versorgen.

  • Preis: In der reinen Anschaffung ist eine Gasbrennwertheizung meist günstiger als viele andere Heizungsarten wie Wärmepumpen oder Holzheizungen.

Was kostet eine Gasbrennwertheizung in der Schweiz?

Eine neue Gasbrennwertheizung für ein Einfamilienhaus kostet in der Schweiz im Durchschnitt ca. 18'000 bis 33'000 CHF. In diesen Heizungskosten sind das neue Heizgerät, die Installation und die anfallenden Umfeldmassnahmen beim Heizungsersatz enthalten. Eine wandhängende Gasbrennwerttherme ist mit Gesamtkosten ab ca. 15'000 CHF in der Anschaffung meist etwas günstiger als ein grosser bodenstehender Gaskessel, das kompakte Gerät eignet sich aber eher für Wohnungen oder kleine Häuser.

Die typischen Kosten für eine neue Gasheizung mit Brennwerttechnik im Überblick:

Neue Gasbrennwertheizung

Durchschnittliche Kosten*

Gasbrennwerttherme (wandhängend)

4'500 - 6'500 CHF

Gas-Kombitherme (wandhängend)

6'000 - 8'000 CHF

Gasbrennwert-Standkessel (bodenstehend)

7'000 - 9'000 CHF

Installation inkl. Material und Beratung

3'000 - 4'000 CHF

Optionale Zusatzkosten und Umfeldmassnahmen beim Heizungsersatz:

Kostenpunkt

Durchschnittliche Kosten*

Separater Warmwasserspeicher

2'000 - 3'500 CHF

Anschluss ans Gasnetz (falls nicht vorhanden)

2'000 - 3'000 CHF

Kaminsanierung für Brennwerttechnik

2'500 - 4'000 CHF

Abbau und Entsorgung der alten Heizung

2'000 -3'500 CHF

Isolation der Rohre

1'000 - 3'500 CHF

Hydraulischer Abgleich

1'000 - 1'500 CHF

Elektroanschluss und amtliche Feuerungskontrolle

500 - 1'000 CHF

* Preise sind Richtwerte und dienen der Orientierung. Stand: September 2026

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Gibt es staatliche Förderungen für Gasbrennwertheizungen in der Schweiz?

In der Schweiz gibt es keine Heizungsförderungen für Gasbrennwertheizungen. Über die kantonalen Energiegesetze (MuKEn) kann der Einbau fossiler Gasheizungen beim Heizungsersatz sogar komplett verboten oder stark eingeschränkt sein. Staatliche Zuschüsse erhalten Sie dagegen, wenn Sie von einer fossilen Heizung auf ein System mit erneuerbaren Energien umsteigen. Über das Gebäudeprogramm und regionale Förderungen können Sie zum Beispiel attraktive Fördergelder für Wärmepumpen, Holzheizungen, Solarthermie oder den Anschluss an ein Nah- oder Fernwärmenetz erhalten.

Sind Gasbrennwertheizungen noch erlaubt?

Es gibt kein schweizweites, pauschales Verbot für Gasbrennwertheizungen. Bestehende Gasbrennwertheizungen dürfen in der Regel noch weiterbetrieben werden. Beim Neubau oder Heizungsersatz gibt es allerdings in vielen Kantonen starke Einschränkungen oder sogar Verbote für den Einbau reiner fossiler Heizungen. Die aktuellen Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn) bilden einen Leitfaden für Heizungsgesetze. Die Kantone entscheiden aber selbst, welche Vorschriften sie übernehmen. In einigen Kantonen wie Zürich oder Basel-Stadt ist ein reiner 1:1-Ersatz durch eine fossile Gasheizung verboten. Wer hier nach dem Ersatz wieder mit Gas heizen möchte, muss dies zu 100 % über erneuerbare Energien abdecken. In anderen Kantonen dürfen neue Gasbrennwertheizungen nur noch installiert werden, wenn das Gebäude z. B. sehr gut gedämmt ist, die Heizung mit erneuerbaren Energien kombiniert wird oder strenge CO₂-Grenzwerte eingehalten werden.

Ist eine Gasbrennwertheizung noch sinnvoll in der Schweiz?

Eine Gasbrennwertheizung kann auf den ersten Blick sinnvoll erscheinen, da die Anschaffungskosten mit ca. 19'000 bis 33'000 CHF oft geringer sind als bei anderen Heizsystemen. Langfristig birgt das Heizen mit Gas in der Schweiz jedoch finanzielle und gesetzliche Risiken.

Folgende Punkte sprechen gegen die Neuinstallation einer Gasbrennwertheizung:

  • Strenge kantonale Vorschriften: Wegen der kantonalen Energiegesetze müssen Sie beim Heizungsersatz oft zusätzliche Auflagen erfüllen, wie einen Teil des Wärmebedarfs mit erneuerbaren Energien zu decken oder die Isolation zu verbessern. Das treibt die eigentlich günstigeren Installationskosten wieder in die Höhe.

  • Hoher CO2-Preis: Die CO2-Abgabe auf fossile Brennstoffe liegt bis 2030 bis 120 CHF pro Tonne CO2.

  • Steigende Netznutzungsentgelte: Je mehr Haushalte auf Wärmepumpen oder Fernwärme umsteigen, desto weniger Kundinnen und Kunden teilen sich die Fixkosten für das Schweizer Gasnetz. Dies führt mittelfristig zu höheren Netzentgelten pro Haushalt.

  • Teure Alternativen: Eine vollständige Umstellung des Schweizer Gasnetzes auf Biogas, Wasserstoff oder synthetische Gase ist flächendeckend für Haushaltskunden nicht vorgesehen. Erneuerbare Gase sind zudem in der Regel teurer als fossiles Erdgas.

  • Abhängigkeit von Energiekonzernen: Wenn Sie mit Gas heizen, sind Sie von der Preisgestaltung der Energiekonzerne abhängig. Energieknappheiten und geopolitische Krisen führen immer wieder zu Preisschwankungen, die die Konzerne an die Verbraucher:innen weitergeben.

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Häufig gestellte Fragen

Soll man jetzt noch eine neue Gasbrennwertheizung in der Schweiz einbauen lassen?

In den meisten Fällen lohnt es sich kaum noch, eine neue Gasbrennwertheizung in der Schweiz einbauen zu lassen. Zwar ist die Anschaffung vergleichsweise günstig, doch strenge kantonale Vorschriften, die steigende CO₂-Abgabe, höhere Netzentgelte und fehlende Fördergelder machen den Betrieb in vielen Fällen langfristig teuer und unsicher. Wer zukunftssicher planen und Betriebskosten sparen möchte, ist mit dem Umstieg auf ein Heizsystem mit erneuerbaren Energien, wie einer Wärmepumpe, oft besser beraten.

Was ist der Unterschied zwischen Gasheizung und Gasbrennwertheizung?

Während bei älteren Gasheizungen heisse Abgase ungenutzt durch den Kamin entweichen, nutzt die moderne Gasbrennwertheizung diese Abgaswärme zusätzlich aus. Sie kühlt die Abgase ab, gewinnt daraus weitere Heizenergie und senkt den Gasverbrauch spürbar. Im Alltag wird der Begriff Gasheizung jedoch meist sowohl für die alte als auch für die neue Technik verwendet.

Lina Strauss, Online-Redakteurin
Lina Strauss
Lina Strauss ist seit über drei Jahren bei Aroundhome und hilft unseren Leser:innen mit ihren Artikeln dabei, die wichtigsten Infos zu allen Themen rund ums Haus auf einen Blick zu finden. Ihr Interesse liegt vor allem bei zukunftsweisenden Themen aus dem Energie- und Immobiliensektor.

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