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Polykristalline Solarmodule - Wirkungsgrad, Vorteile und Kosten

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Polykristalline Solarmodule galten lange als preiswerte, robuste Standardlösung. In der Schweiz werden sie auf Wohnhäusern heute jedoch kaum noch neu verbaut, weil monokristalline Module pro Quadratmeter mehr Leistung liefern. Erfahren Sie kurz und praxisnah, worin die Unterschiede liegen und wann sich welcher Modultyp lohnt.

Unsere Autorin Undine Tackmann  ist Senior Editor bei Aroundhome und Expertin auf dem Gebiet Energieeffizienz und für Solaranlagen
Undine Tackmann
Aktualisiert am
Nahaufnahme der glatten, blauen Oberfläche eines polykristallinen Solarmoduls
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Was sind polykristalline Solarmodule?

Polykristalline Solarmodule bestehen aus Solarzellen, die aus mehreren Siliziumkristallen zusammengesetzt sind. An den Übergängen der Kristalle entstehen mikroskopische Strukturgrenzen. Dadurch sind geringfügig höhere elektrische Verluste möglich als bei monokristallinen Zellen.

Wie werden polykristalline Module hergestellt?

  • Für die Herstellung von polykristallinen Solarzellen wird Silizium zunächst geschmolzen und dann in Blöcke gegossen, die aus vielen kleinen Siliziumkristallen bestehen.

  • Diese Blöcke werden anschliessend in dünne Scheiben, sogenannte Wafer, geschnitten. Diese Wafer werden auf der sonnenzu- und sonnenabgewandten Seite durch Dotierung mit Fremdatomen behandelt, um ein Elektronendefizit auf der einen und einen Elektronenüberschuss auf der anderen Seite zu erzeugen, wodurch der Stromfluss ermöglicht wird.

  • Die so entstandenen polykristallinen Solarzellen werden miteinander verbunden und bilden den Kern des Solarmoduls.

  • Das Modul wird auf der Rückseite durch eine Anschlussdose und Rückseitenfolie geschützt.

  • Die verbundenen Solarzellen werden in spezielle Folien eingebettet. Darüber wird eine Glasscheibe sowie ein Aluminiumrahmen angebracht, um das Modul vor Umwelteinflüssen zu schützen und Stabilität zu gewährleisten.

Grafische Darstellung eines blauen polykristallinen Solarmoduls mit Nahaufnahme der kristallinen Zellstruktur.

Wie sind polykristalline Solarmodule aufgebaut?

Polykristalline Module sind als Schichtsystem aufgebaut:

  • Frontglas; wetterfest, lichtdurchlässig

  • Einbettungsfolie (meist EVA), die die Zellen schützt

  • Solarzellen; typisch 32 bis 60 pro Modul, je nach Format/Design

  • Rückseitenfolie oder Glas bei Glas-Glas-Modulen

  • Anschlussdose inkl. Kabel/Bypass-Dioden

  • Aluminiumrahmen zur Stabilität und Montage

Solarmodul Aufbau im Querschnitt sieht man die einzelnen Schichten eines Moduls mit den Solarzellen in der Mitte
Aufbau eines PV-Moduls im Detail.

Leistung und Wirkungsgrad polykristalliner Solarmodule

Polykristalline Solarmodule bieten einen Wirkungsgrad von etwa 15 bis 20 Prozent. Dieser Wirkungsgrad bedeutet, dass sie 15 bis 20 Prozent der einfallenden Sonnenenergie in elektrischen Strom umwandeln können.

Die Leistung polykristalliner Solarmodule liegt im Schnitt zwischen 250 und 350 Wattpeak pro Modul. Die tatsächliche Leistung polykristalliner Solarmodule hängt von Faktoren wie der Modulausrichtung, der Sonneneinstrahlung und den Temperaturen ab.

Hinweis: Da die verfügbare Dachfläche bei Wohnhäusern oft begrenzt ist, spielt heute die Leistung pro Quadratmeter eine entscheidende Rolle. Genau darin sind monokristalline Module im Vorteil. Deshalb werden auf Wohnhäusern in der Schweiz in der Regel solche Module verbaut.

Zwei Arbeiter in gelben Warnwesten und weißen Helmen installieren ein Solarmodul auf einem Dach
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Vor- und Nachteile polykristalliner Solarmodule

Vorteile

  • Historisch günstiger in der Anschaffung: Durch den einfacheren Herstellungsprozess waren polykristalline Module oft preiswerter.

  • Bewährte Technik & lange Lebensdauer: Üblich sind 25–30 Jahre Nutzungsdauer, mit entsprechenden Produkt- und Leistungsgarantien, je nach Hersteller.

  • Weiterhin in Ordnung, wenn viel Fläche vorhanden ist: Wenn der Platz kaum limitiert ist, fällt der Effizienz-Nachteil weniger ins Gewicht.

Nachteile

  • Geringere Effizienz: Für die gleiche Leistung braucht es mehr Fläche bzw. mehr Module.

  • Weniger attraktiv bei begrenzten Dachflächen: Gerade bei Ein- und Zweifamilienhäusern sind monokristalline Module oft die wirtschaftlichere Lösung für Solaranlagen.

  • Marktverfügbarkeit/Standardisierung: Aufgrund der besseren Performance, der einfacheren Planung und der grösseren Verfügbarkeit bei Garantien und Sortimenten fokussieren sich viele Anbieter und Installationsbetriebe heute auf monokristalline Produktlinien.

Was kosten polykristalline Solarmodule in der Schweiz?

Polykristalline Module liegen 2026 typischerweise bei rund 0.25 bis 0.33 CHF/Wp. Das entspricht bei ca. 400 W etwa 100 bis 132 CHF pro Modul.

Beachten Sie bei den Kosten einer Solaranlage, dass auf Wohnhäusern heute praktisch nur noch monokristalline Module verbaut werden. Diese kosten je nach Modulleistung etwa 90 bis 135 CHF pro Modul.

Modulkosten in der Schweiz im Vergleich

Modulart

Kosten pro Wp

Kosten pro Modul*

Dünnschichtmodule

ca. 0.25 – 0.40 CHF/Wp

ca. 50 – 80 CHF

Polykristalline Module

ca. 0.25 – 0.33 CHF/Wp

ca. 100 – 132 CHF

Monokristallin (TOPCon)

ca. 0.20 – 0.30 CHF/Wp

ca. 90 – 135 CHF

*Preise sind Durchschnittswerte und dienen zur Orientierung. Quellen: swissbatt24.ch und HORNBACH Schweiz (Online-Shop-Preisübersichten), Juni 2026. Umrechnung basierend auf typischen Modulleistungen: Dünnschicht 150 - 250 W, Polykristallin 400 W, PERC 400 W, TOPCon 450 W, Premium 450–500 W.

Wo kommen polykristalline Module heute noch zum Einsatz?

In der Schweiz kommen polykristalline Solarmodule noch auf folgenden Solaranlagen zum Einsatz:

  • Bestandsanlagen: Viele ältere Anlagen sind polykristallin. Sie laufen weiterhin zuverlässig.

  • Erweiterungen/Matching: Wenn eine Anlage erweitert werden soll, kann es relevant sein, optisch/elektrisch ähnliche Module zu finden.

  • Grosse Flächen, geringere Flächenkosten: Ideal für Gewerbedächer oder Spezialfälle, bei denen Fläche reichlich vorhanden ist und die absolute Optimierung der Kosten pro Quadratmeter weniger zählt.

  • Restposten/Occasion-Angebote: Hier lohnt sich eine saubere Wirtschaftlichkeitsrechnung mit Ertrag pro Fläche, Garantie und Zustand.

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Häufig gestellte Fragen

Lohnen sich polykristalline Module heute noch?

Polykristalline Module lohnen sich auf Wohnhäusern heute meist nicht mehr, da sie für die gleiche Leistung mehr Dachfläche benötigen. Sie können höchstens noch sinnvoll sein, wenn Sie eine bestehende polykristalline Anlage passend erweitern oder einen wirklich günstigen Restposten mit sauberer Garantie erhalten und genügend Fläche vorhanden ist. Ist die Dachfläche jedoch knapp, sind monokristalline Module praktisch immer die bessere Wahl.

Was ist besser: mono- oder polykristalline Solarmodule?

Für Wohnhäuser sind heute fast immer monokristalline Module die bessere Wahl, weil sie mehr Leistung pro Fläche liefern und der Markt sie als Standard führt. Polykristalline Module sind technisch nicht „schlecht“. Sie sind nur im Wohnbereich meist nicht mehr die sinnvollste Option.

Wie lange halten polykristalline Solarmodule?

Typisch sind 25 bis 30 Jahre. Über die Jahre sinkt die Leistung schrittweise. Viele Hersteller geben eine Leistungsgarantie über 25 Jahre.

Kann man polykristalline und monokristalline Module mischen?

Technisch ist es zwar möglich, polykristalline und monokristalline Module in einer Anlage zu kombinieren. Im gleichen String ist das aber meistens keine gute Idee, da unterschiedliche elektrische Kennwerte den Ertrag spürbar reduzieren können.

Besser ist eine Trennung nach Modultyp über separate Strings beziehungsweise separate MPP-Tracker. Das sind die Regelungen im Wechselrichter, die den jeweils optimalen Arbeitspunkt der Module suchen und halten.

Bei Erweiterungen sollten zudem die Garantiebedingungen sowie die Unterschiede durch Alterung und Degradation geprüft werden.

Unsere Autorin Undine Tackmann  ist Senior Editor bei Aroundhome und Expertin auf dem Gebiet Energieeffizienz und für Solaranlagen
Undine Tackmann
Undine Tackmann hat sich bei Aroundhome auf den Energiebereich spezialisiert. Mit ihrer Expertise verfasst sie Artikel, die komplexe Energiethemen verständlich aufbereiten. Sie konzentriert sich auf nachhaltige Energielösungen und innovative Trends, um Leser:innen bei der Entscheidungsfindung für eine grünere Zukunft zu unterstützen.

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