Solarstrom Speichern - Möglichkeiten und Vorteile
Erzeugt Ihre Solaranlage mehr Strom als Sie sofort verbrauchen, stellt sich die Frage: Wohin mit dem Überschuss? Es gibt verschiedene Möglichkeiten, überschüssigen Solarstrom zu speichern oder zu nutzen. Erfahren Sie, welche Speichermöglichkeiten es gibt und wie Sie diese effektiv nutzen können.
Welche Möglichkeiten gibt es, Solarstrom zu speichern?
Durch die Speicherung Ihres erzeugten Solarstroms, haben Sie die Möglichkeit, diesen zu einem späteren Zeitpunkt zu nutzen. Das ist insbesondere dann sinnvoll, wenn Sie auch in den Nachmittags- und Abendstunden oder bei schlechtem Wetter Ihre zuvor selbst erzeugte Solarenergie nutzen möchten. Unterschieden werden verschiedene Methoden, um Solarstrom zu speichern:
Der Batteriespeicher
Ein Batteriespeicher, oft auch Solarspeicher genannt, sichert überschüssige Energie der PV-Anlage. Erzeugt die Solaranlage mehr Strom, als gerade verbraucht werden kann, fliesst der Überschuss in den Batteriespeicher. Diese Energie ist dann verfügbar, wenn sie gebraucht wird, beispielsweise abends, wenn die Sonne nicht mehr scheint und alle Personen zu Hause sind. In der Schweiz werden sowohl Gleichstromspeicher (DC-Speicher) als auch Wechselstromspeicher (AC-Speicher) angeboten, teilweise auch mit integrierter Notstromfunktion.
Rückliefervergütung und Eigenverbrauchsoptimierung
Die gängigste Methode für überschüssigen Solarstrom ist die Rückliefervergütung: Der nicht selbst genutzte Strom wird ins Netz des lokalen Elektrizitätswerks eingespeist und vergütet. Die Vergütung beträgt dabei durchschnittlich 5 bis 17 Rappen pro kWh, je nach Kanton. Durch intelligente Energiemanagementsysteme kann der Eigenverbrauch optimiert werden, indem Verbraucher wie Waschmaschine, Wärmepumpe oder Elektroauto dann aktiviert werden, wenn die Solaranlage gerade viel Strom produziert.
Die Stromcloud
Eine Stromcloud, auch als Energiecloud oder Solarcloud bezeichnet, ist ein Konzept, Solarstrom ohne Batterie zu speichern. Dabei wird der überschüssige Solarstrom Ihrer PV-Anlage in einem virtuellen Stromspeicher eingespeist. Es handelt sich also nicht um eine physische Speicherung des Stroms, sondern um eine bilanzielle Gutschrift. Wenn später mehr Strom gebraucht wird, als als Ihre Solaranlage produziert, kann der zuvor gespeicherte Strom aus der virtuellen Cloud entnommen werden.
Dieses Modell ist in der Schweiz derzeit nur selten verfügbar. Bislang operieren die bekannten Anbieter wie SENEC, E.ON und sonnen hauptsächlich in Deutschland. Es ist jedoch möglich, dass solche Angebote künftig auch auf dem Schweizer Markt angeboten werden.
Solarenergie mit einem Heizstab speichern
Bei dieser Methode wird der überschüssige Strom dazu genutzt, um einen elektrischen Heizstab, auch Tauchheizer genannt, in einem Warmwasserspeicher zu aktivieren. Dieser Heizstab wandelt elektrische Energie direkt in Wärme um, indem er das Wasser im Speicher erhitzt. Das erwärmte Wasser steht für Haushaltszwecke zur Verfügung, beispielsweise für Duschen oder die Küche. Das warme Wasser kann zudem gespeichert und so zu jedem Zeitpunkt, unabhängig von der aktuellen Solarstromproduktion, genutzt werden.
Solarenergie mit Solarthermie speichern
Bei Solarthermie wird mittels Solarkollektoren auf dem Dach Sonnenenergie gespeichert. Dazu zirkuliert ein Wärmeträgermedium z. B. Wasser durch die Kollektoren, nimmt die gesammelte Sonnenwärme auf und leitet diese weiter in einen Wärmespeicher. Bei Bedarf wird die gespeicherte Wärme über einen Wärmetauscher an das zu erwärmende Wasser, z. B. für Warmwasser oder Raumheizung, übertragen. Solarthermie kann auch mit anderen Heizsystemen kombiniert werden, um eine ganzjährige Versorgung sicherzustellen.
Weitere Möglichkeiten, Solarstrom zu speichern
Fortlaufend werden immer neuere Speichermöglichkeiten von Solarenergie entwickelt und getestet, unter anderem auch Lösungen, Solarstrom ohne Batterie zu speichern. Meist handelt es sich dabei allerdings um Anwendungsfälle aus der Industrie und weniger für den Hausgebrauch. Zu den innovativen Ansätzen zählen:
Die Umwandlung von Sonnenenergie in Wasserstoff durch Elektrolyse, um diesen anschliessend zu lagern und bei Bedarf über eine Brennstoffzelle in Energie zurückzuverwandeln oder ihn direkt zu verbrennen. Dieser Vorgang ist auch bekannt als Power-to-Gas-Verfahren
Die Lagerung von im Sommer mittels Solarenergie erhitztes Wasser in Erdsondenspeichern im Boden. Die Wärme steht dann im Winter den Verbrauchern zur Verfügung.
Die Lagerung von im Sommer mittels Solarenergie erhitztem Wasser in Erdsondenspeichern im Boden ermöglicht es, die Wärme im Winter den Verbrauchern zur Verfügung zu stellen.
Die Speicherung der Sonnenenergie durch künstliche Photosynthese in Form von Glukose, einem energiereichen Zucker.
Welche Vorteile hat es, Solarstrom zu speichern?
Solarenergie zu speichern, bringt mehrere Vorteile mit sich:
Erhöhter Eigenverbrauch selbst erzeugten Solarstroms und damit höhere Kosteneinsparungen.
Grössere Unabhängigkeit von externen Stromversorgern und Preisschwankungen.
Optimierte Nutzung von Solarenergie, da der gespeicherte Strom zu Zeiten genutzt werden kann, wenn die Sonne nicht scheint, z. B. Abendstunden.
Finanzielle Einsparungen bei Energiekosten durch die Maximierung des Eigenverbrauchs.
Verbesserte Amortisation durch insgesamt bessere Wirtschaftlichkeit der PV-Anlage.
Förderprogramme und Vergütungen für die Installation von Solarspeichern, welche die Investitionskosten weiter senken und die Entscheidung für einen Solarspeicher finanziell noch attraktiver machen.
Die richtige Grösse vom Solarspeicher wählen
Die Bestimmung der optimalen Speicherkapazität für einen Solarspeicher ist ausschlaggebend, um die Effektivität und Rentabilität Ihrer PV-Anlage zu maximieren.
Für einen 4-Personen-Haushalt mit einem ungefähren Jahresverbrauch von 4'500 kWh/Jahr und einer Solaranlagenleistung von 10 kWp wird eine Speichergrösse von etwa 8 bis 10 kWh empfohlen.
Bei der Wahl der geeigneten Speichergrösse helfen Ihnen folgende Fragen:
Wie hoch ist Ihr täglicher und saisonaler Stromverbrauch?
Wann wird besonders viel Strom verbraucht?
Planen oder besitzen Sie Anschaffungen, die Ihren Stromverbrauch beeinflussen könnten wie ein Elektroauto oder eine Wärmepumpe?
Wie viele Personen leben aktuell im Haushalt und wie viele sollen gegebenenfalls künftig im Haushalt leben?
Was kostet es, Solarstrom zu speichern?
Für eine durchschnittliche Solaranlage eines Einfamilienhauses empfiehlt sich ein Batteriespeicher mit einer Kapazität von 5 bis 15 kWh. Die Anschaffungskosten für solche Batteriespeicher liegen durchschnittlich zwischen 6'000 und 14'000 CHF. Zur besseren Vergleichbarkeit dient der Preis pro Kilowattstunde Speicherkapazität, der zwischen 650 und 950 CHF liegt, aber nicht die langfristigen Speicherkosten widerspiegelt.
Die Kosten für die Speicherung von Solarstrom können stark variieren. Der finale Preis hängt von mehreren Faktoren ab, darunter die Art des Speichersystems, die Kapazität des Speichers, die technischen Spezifikationen und die Installation.
Fazit: Lohnt es sich, überschüssigen Strom aus der Solaranlage zu speichern?
Insgesamt kann eine Solaranlage mit Speicher lohnenswerter sein, als eine Anlage ohne. Insbesondere dann, wenn Sie Ihren Eigenverbrauch am Solarstrom maximieren und sich unabhängiger von schwankenden Preisen für öffentlichen Netzstrom machen möchten. Aufgrund der vergleichsweise niedrigen Rückliefervergütungen und den hohen Energiekosten lohnt es sich besonders, so viel Solarstrom selbst zu nutzen, wie möglich. Mit der Anschaffung eines Batteriespeichers können Sie den Eigenverbrauchsanteil von etwa 30 auf 60 bis 80 Prozent steigern und damit die Energiekosten noch weiter senken.
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Häufig gestellte Fragen
Wie kann ich Solarstrom für den Winter speichern?
Einige Elektrizitätswerke bieten die Möglichkeit an, überschüssigen Solarstrom in einer virtuellen Solar-Cloud zu speichern. Dabei wird der überschüssige Strom ins Stromnetz eingespeist und einem virtuellen Konto gutgeschrieben. Im Winter kann der gespeicherte Strom dann genutzt werden, um den eigenen Bedarf zu decken.
In der Schweiz ist dieses Modell allerdings noch nicht weit verbreitet. Die gängigeren Optionen für Schweizer Haushalte sind:
Rückliefervergütung: Überschüssiger Strom wird ins Netz eingespeist und vom Elektrizitätswerk vergütet. Durchschnittlich 5 bis 17 Rappen pro kWh, je nach Kanton und Anbieter.
Physische Batteriespeicher: Speicherung des Solarstroms in einem Batteriespeicher für die spätere Nutzung, auch im Winter.
Optimierung des Eigenverbrauchs: Durch intelligente Steuerungssysteme und zeitversetzten Verbrauch den Eigenverbrauchsanteil erhöhen.
Wann lohnt sich ein Stromspeicher nicht?
Generell lohnt sich ein Speicher umso weniger fürs Eigenheim, je kleiner Ihre PV-Anlage ist − denn hier wird der Grossteil des produzierten Stroms meist direkt verbraucht. Sollten Sie allerdings immer dann viel Strom benötigen, wenn Ihre Solaranlage keinen eigenen Solarstrom erzeugt, wie beispielsweise abends nach der Arbeit, kann auch ein kleiner Stromspeicher lohnenswert sein.
Wie lange kann Solarstrom gespeichert werden?
Tatsächlich kann man trotz Stromspeicher eben nicht in jeder Lage komplett autark bleiben - auch nicht dann, wenn es zu einem längeren Stromausfall von mehreren Stunden oder Tagen kommt. Wie lange Sie Ihr Stromspeicher dann noch mit Energie versorgen kann, hängt immer von der Haushaltsgrösse, den darin lebenden Personen, der Ausstattung und der Wohnfläche ab. Der Wechselrichter ist ausserdem mit dem öffentlichen Stromnetz verbunden. Bei Stromausfall schaltet sich dieser automatisch ab und der von den Solarmodulen erzeugte Gleichstrom kann nicht in den für die Haushaltsgeräte benötigten Wechselstrom umgewandelt werden. In solchen Fällen ist es deswegen ratsam, sich Gedanken über Not- oder Ersatzstrom zu machen. Batteriespeicher-Offerten erhalten Sie bei Aroundhome.