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Mit Holz heizen: Arten, Kosten, Regelungen und Förderung von Holzheizungen

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Moderne Holzheizungen wie Pellet-, Hackschnitzel- und Holzvergaserheizungen nutzen Holz als nachwachsenden Rohstoff. Die Kosten für eine Holz-Zentralheizung liegen in der Schweiz bei ca. 22'000 bis 50'000 CHF. Erfahren Sie, welche Förderungen es gibt, welche Auflagen Sie erfüllen müssen und wie klimafreundlich eine Holzheizung wirklich ist.

Lina Strauss, Online-Redakteurin
Lina Strauss
Holzheizung im Keller
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Was ist eine Holzheizung und wie funktioniert sie?

Eine Holzheizung nutzt Holz als Brennstoff, um Gebäude zu beheizen und Warmwasser bereitzustellen. Die Funktionsweise ist einfach: Das Holz verbrennt im Heizkessel und erhitzt dabei Wasser in einem Pufferspeicher. Dieses fliesst in den Heizkreislauf und erwärmt die Räume. Anschliessend fliesst das abgekühlte Wasser zurück zum Kessel. Ein Kamin leitet die Abgase nach draussen.

Im Gegensatz zu Gas- oder Ölheizungen gilt eine Holzheizung als umweltfreundlich, weil Holz ein nachwachsender Rohstoff ist. Beim Verbrennen entweicht lediglich die Menge CO₂, die die Bäume während ihres Wachstums aufgenommen haben. Da der Heizprozess kein zusätzliches Treibhausgas freigibt, gilt Holz als nahezu klimaneutral. Dies setzt jedoch eine nachhaltige Forstwirtschaft voraus. Es darf immer nur so viel Holz entnommen werden, wie im gleichen Zeitraum nachwächst.

In der folgenden Tabelle sehen Sie die wichtigsten Unterschiede der Holzheizungen im Vergleich:

Heizungsart

Brennstoff

Bedienung

Platzbedarf für Lager

Besonderheit

Pelletheizung

Holzpellets

Vollautomatisch

Mittel

Ideal für klassische Einfamilienhäuser

Hackschnitzelheizung

Zerkleinertes Holz

Vollautomatisch

Sehr gross

Lohnt sich meist nur bei hohem Wärmebedarf (z. B. Mehrfamilienhaus)

Holzvergaserheizung

Holzscheite

Manuelles Nachlegen

Gross

Sehr effizient durch speziellen Vergasungsprozess

Scheitholzheizung

Holzscheite

Manuelles Nachlegen

Gross

Veraltete Technik, wird heute kaum noch neu installiert

Kombikessel

Pellets und Holzscheite

Automatisch und manuell

Mittel bis gross

Bietet hohe Flexibilität durch zwei getrennte Brennkammern

Unterschied von Holzvergaser-, Hackschnitzel- und Pelletheizung einfach erklärt

Der Unterschied zwischen den Holzheizungen liegt in der Verbrennungstechnik. Bei Pellet- und Hackschnitzelheizungen wird der automatisch zugeführte Brennstoff direkt in einer einzigen Kammer verbrannt. Die Holzvergaserheizung nutzt dagegen zwei Kammern. In der ersten Kammer wird das manuell nachgelegte Scheitholz durch grosse Hitze in ein Gas umgewandelt. Dieses Holzgas verbrennt anschliessend in der zweiten Kammer besonders sauber und effizient. Die gewonnene Wärme erhitzt das Wasser für den Heizkreislauf des Hauses.

Pelletheizung

Die Pelletheizung kommt im privaten Wohnbereich am häufigsten zum Einsatz. Sie nutzt Pellets als Brennstoff. Das sind hart gepresste Holzreste, die sehr platzsparend sind. Ein Fördersystem transportiert die Pellets automatisch aus dem Lagerraum in den Heizkessel. Die gewonnene Wärmeenergie speist dann die Heizanlage des Eigenheims. Einmal im Jahr sollte Anlage gewartet werden und alle paar Wochen bis Monate müssen Sie den Aschebehälter leeren. Pelletheizungen arbeiten sehr effizient. Der industriell gefertigte Brennstoff kostet im Einkauf jedoch etwas mehr als Hackschnitzel oder einfache Holzscheite.

Heizung Holzheizung  Pelletheizung
Funktionsweise einer Pelletheizung.

Hackschnitzelheizung

Die Hackschnitzelheizung funktioniert ähnlich wie die Pelletheizung. Sie verbrennt maschinell zerkleinertes Holz, die sogenannten Hackschnitzel. Der Brennstoff gelangt ebenfalls vollautomatisch in den Kessel. Die Anlage muss einmal im Jahr gewartet werden. Hackschnitzel haben pro Kilo verwertbarem Brennstoff ein grösseres Volumen als Pellets. Sie benötigen daher einen grösseren Lagerraum. Deshalb lohnen sich diese Heizungen meist nur für Gebäude mit hohem Wärmebedarf, Mehrfamilienhäuser oder landwirtschaftliche Betriebe.

Heizung Holzheizung  Hackschnitzelheizung
Funktionsweise einer Hackschnitzelheizung.

Holzvergaserheizung

Eine Holzvergaserheizung nutzt einen speziellen Verbrennungsprozess mit zwei getrennten Brennkammern. Sie legen die Holzscheite von Hand in die obere Kammer. Durch die enorme Hitze im Heizkessel wird dem Holz durch Vergasung Feuchtigkeit entzogen. Diese Vergasung liefert den ersten Teil der hohen Heizenergie. Im zweiten Schritt werden die Holzscheite im unteren Teil der Brennkammer mithilfe des Holzgases bei Temperaturen von bis zu 1.000 °C nahezu rückstandsfrei verbrannt. Diese doppelte Verbrennung macht die Anlage sehr effizient. Sie erfordert jedoch regelmässiges Nachlegen des Holzes.

Grafik Heizung Holzheizung Holzvergaser
Funktionsweise einer Holzvergaserheizung.

Scheitholzheizung

Bei einer klassischen Scheitholzheizung, auch Stückholzheizung genannt, müssen Sie das Holz manuell in den Kessel legen. Je nach Wärmebedarf müssen Sie in der Heizsaison etwa alle vier Stunden neues Holz nachlegen. Hinzu kommt die regelmässige Reinigung und das Entfernen der Asche. Scheitholzheizungen gelten mittlerweile als veraltet und werden für Wohnhäuser nicht mehr verbaut.

Kombikessel: Pellets und Scheitholz in einem System

Ein Kombikessel vereint zwei Heizarten in einem Gerät. Er verfügt über zwei getrennte Brennkammern, eine für Pellets und eine für Scheitholz. So können Sie günstiges Stückholz verbrennen, wenn Sie Zeit zum Nachlegen haben. Wenn Sie nicht zu Hause sind, übernimmt die Automatik der Pelletseite die Arbeit. Das System erkennt automatisch, wann das Scheitholz abgebrannt ist, und zündet bei Bedarf die Pellets. Diese Flexibilität erfordert jedoch höhere Anschaffungskosten und mehr Platz im Heizungsraum.

Welche Holzheizung eignet sich für ein Einfamilienhaus?

Für die meisten Einfamilienhäuser stellt die Pelletheizung die beste Wahl dar. Sie bietet den gleichen Komfort wie eine Gasheizung, ist aber klimafreundlich und benötigt im Vergleich zu anderen Holzheizungen weniger Platz für das Brennstofflager. Wenn Sie günstig an eigenes Holz kommen und die körperliche Arbeit nicht scheuen, bietet sich ein Holzvergaser an. Möchten Sie den Komfort von Pellets mit dem günstigen Brennstoff Holzscheite verbinden, lohnt sich der Kombikessel. Eine Hackschnitzelheizung ist für ein klassisches Einfamilienhaus wegen des grossen Platzbedarfs eher ungeeignet.

Holzheizung als Kombination mit Pelletheizung und Stückholzheizung
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Mit Holz heizen – Vorteile und Nachteile im Überblick

Vorteile einer Holzheizung

Mit einer Holzheizung können Sie umweltfreundlich alternativ heizen ohne Öl oder Gas und machen sich unabhängig von fossilen Brennstoffen. Die Preise für Holz aus der Region entwickeln sich häufig stabiler als die Kosten für fossile Energieträger. Zudem heizen Sie nahezu klimaneutral. Holz ist ein regional verfügbarer und nachwachsender Rohstoff. Moderne Holzheizungen erreichen einen sehr hohen Wirkungsgrad und nutzen die Energie der Holzverbrennung optimal aus.

Nachteile und Kritikpunkte von Holzheizungen

Ein Nachteil von Holzheizungen ist der hohe Platzbedarf für den Kessel sowie das Brennstofflager. Auch die Anschaffungskosten sind in der Regel höher als bei Gasheizungen. Hinsichtlich des Umweltschutzes ist der bei der Holzverbrennung entstehende Feinstaub zu kritisieren. Sofern das Holz nicht aus einer rein nachhaltigen Forstwirtschaft stammt, ist die Heizart nicht klimaneutral. Im Alltag erfordert eine Holzheizung ausserdem einen höheren Aufwand für Reinigung und Wartung.

Holzvergaserheizung vs Hackschnitzelheizung vs Scheitholzheizung vs Pelletheizung, Heizungsvergleich von Aroundhome
Vor- und Nachteile der verschiedenen Holzheizungsarten im Vergleich.

Vergleichstabelle der Holzheizungsarten

Die folgende Tabelle hilft Ihnen, die Vor- und Nachteile der verschiedenen Holzheizungen zu vergleichen.

Holzheizung

Vorteile

Nachteile

Pelletheizung

+ Kompakter Brennstoff mit einfacher Lagerung

+ hoher Wirkungsgrad

+ geringere Emissionen als Scheitholz

- vergleichsweise hohe Anschaffungskosten

- Abhängigkeit von Pelletlieferanten

Hackschnitzelheizung

+ günstiger Brennstoff

+ hoher Wirkungsgrad

+ Nutzung von Restholz

- mehr Platz zur Lagerung nötig

- grösseres Heizsystem

Holzvergaserheizung

+ sehr hoher Wirkungsgrad bei richtigem Betrieb

+ wenige Abfallprodukte durch effektive Verbrennung

+ geeignet für verschiedenes Holz (häufig Scheitholz)

- sehr hohe Anschaffungskosten

- Holzscheite müssen per Hand nachgelegt werden

- regelmässige Wartung nötig

Scheitholzheizung

+ günstige Anschaffungs- und Betriebskosten

+ leicht verfügbarer Brennstoff

+ einfache Technologie

- manuelle Beschickung

- höhere Feinstaubemissionen als bei anderen Holzheizungen

- hohe Wartungs- Reinigungskosten

- viel Lagerplatz nötig

Ist die Holzheizung verboten? Aktuelle Regeln 2026 in der Schweiz

Ein generelles Verbot von Holzheizungen oder Cheminées gibt es auch im Jahr 2026 in der Schweiz nicht. Sie dürfen Ihre Holzheizung in der Regel weiterhin betreiben und grundsätzlich auch neu einbauen, sofern Sie die gesetzlichen Vorgaben zu Luftreinhaltung, Sicherheit und Feuerungskontrolle einhalten. Erfüllt eine alte Holzheizung die vorgeschriebenen Emissionsgrenzwerte nicht, kann der Weiterbetrieb durch die zuständige Behörde untersagt werden. In solchen Fällen müssen Sie die Anlage sanieren, ersetzen oder stilllegen.

Offene Cheminées gelten in der Schweiz als emissionsstark und werden in der Regel nur für gelegentlichen Betrieb toleriert. Ein Dauerbetrieb als Hauptheizung ist in der Praxis kaum zulässig.

Luftreinhalte‑Verordnung (LRV): Welche Regeln für Holzheizungen gelten

In der Schweiz regelt die Luftreinhalte‑Verordnung (LRV) des Bundes die zulässigen Emissionen von Feuerungsanlagen, unter anderem für Feinstaub und Kohlenmonoxid. Die LRV legt Mindestanforderungen fest; die Kantone können strengere Vorgaben machen.

Damit eine Holzfeuerung betrieben werden darf, muss sie im Wesentlichen:

  • die Emissionsgrenzwerte für Feinstaub und Kohlenmonoxid gemäss LRV und kantonalen Vorschriften einhalten,

  • die Anforderungen an den Brennstoff erfüllen (z. B. nur trockenes, unbehandeltes Holz und kein Altholz oder Abfälle als Brennstoff nutzen),

  • über eine gültige Konformitätserklärung bzw. Zulassung verfügen (für neuere Kleinfeuerungen).

Werden diese Vorgaben nicht erfüllt, kann die Behörde Nachbesserungen, Messungen oder Sanierungsmassnahmen verlangen oder die Anlage stilllegen.

Nachrüsten, ersetzen oder stilllegen: Was Hauseigentümer:innen in der Schweiz tun müssen

Wenn Ihre Holzheizung die geforderten Emissionsgrenzwerte nicht einhält oder bei der Feuerungskontrolle beanstandet wird, haben Sie in der Praxis meist drei Optionen:

  1. Nachrüsten: In Einzelfällen kann der Einbau eines Systems zur Feinstaubminderung sinnvoll sein, insbesondere bei hochwertigen oder fest eingebauten Anlagen.

  2. Ersetzen: Der Austausch einer sehr alten oder ineffizienten Holzfeuerung gegen eine moderne Holzheizung kann Emissionen deutlich senken und den Komfort erhöhen. Moderne Pellet‑, Hackschnitzel‑ oder Stückholzheizungen unterschreiten die gesetzlichen Grenzwerte in der Regel klar.

  3. Stilllegen: Wenn eine Nachrüstung technisch nicht möglich oder wirtschaftlich nicht sinnvoll ist, bleibt als Option die Ausserbetriebnahme der alten Anlage und der Umstieg auf ein anderes Heizsystem wie eine Wärmepumpe.

Ausnahmen und Sonderfälle

In der Schweiz gibt es Situationen, in denen bestehende Holzöfen gewisse Erleichterungen erhalten können. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Denkmalgeschützte oder historisch wertvolle Öfen, bei denen ein Umbau technisch schwierig oder unverhältnismässig wäre,

  • Anlagen, die in einem speziellen Nutzungskontext stehen (z. B. Landwirtschaftsbetriebe mit eigenem Wald),

  • besondere Härtefälle, in denen eine sofortige Sanierung wirtschaftlich nicht zumutbar ist.

In solchen Fällen können Kantone oder Gemeinden verlängerte Fristen oder spezielle Auflagen gewähren, anstatt sofortige Massnahmen zu verlangen.

Was kostet eine Holzheizung? Anschaffung und Betrieb

Anschaffungskosten verschiedener Holzheizungen im Vergleich

Eine zentrale Holzheizung kostet in der Schweiz inklusive Montage, Fördersystem, Brennstofflager und Pufferspeicher zwischen 35'000 und 50'000 CHF. Eine Holzvergaserheizung benötigt weniger Zusatzkomponenten und ist in der Installation am günstigsten. Sie kostet in der Anschaffung meist zwischen 22'000 und 29'000 CHF.

Komponente

Pelletheizung

Hackschnitzelheizung

Holzvergaserheizung

Heizkessel

15'000 - 18'000 CHF

16'000 - 20'000 CHF

9'000 - 12'000 CHF

Brennstofflager

3'000 - 4'000 CHF

5'000 - 6'000 CHF

Holz wird aussen gelagert

Fördersystem

2'000 - 3'000 CHF

3'000 - 4'000 CHF

-

Pufferspeicher

5'000 - 6'000 CHF

5'000 - 6'000 CHF

5'000 - 6'000 CHF

Kamin

3'000 - 4'000 CHF

3'000 - 4'000 CHF

3'000 - 4'000 CHF

Installation und Technik

7'000 - 10'000 CHF

7'000 - 10'000 CHF

5'000 - 7'000 CHF

Gesamtkosten

35'000 - 45'000 CHF

39'000 - 50'000 CHF

22'000 - 29'000 CHF

Laufende Betriebskosten: Pellets, Hackschnitzel und Scheitholz im Preisvergleich

Die folgende Übersicht zeigt Ihnen die aktuellen Marktpreise für Pellets, Hackschnitzel und Scheitholz und die Kosten pro erzeugter Kilowattstunde.

Brennstoff

Aktueller Preis*

Kosten* pro Kilowattstunde

Hackschnitzel

ca. 160 CHF pro Tonne

ca. 0.04 CHF pro kWh

Holzpellets

ca. 480 CHF pro Tonne

ca. 0.10 CHF pro kWh

Scheitholz (ofenfertig gekauft)

ca. 200 CHF pro Ster

ca. 0.11 CHF pro kWh

* Preise sind Durchschnittswerte und dienen zur Orientierung. Stand: Juli 2026

Pellets und Hackschnitzel kaufen Sie nach Gewicht in Tonnen. Scheitholz wird in der Schweiz meist in Ster (Raummeter) gemessen. Ein Ster entspricht einem Kubikmeter sauber aufgeschichtetem Holz. Da die Scheite von Hand gestapelt werden, gibt es wenig Zwischenräume.

Vollkostenrechnung über 20 Jahre – Beispiel Einfamilienhaus

Um die Wirtschaftlichkeit zu bewerten, müssen Sie die Anschaffung und die Betriebskosten zusammenrechnen. Das folgende Rechenbeispiel gilt für ein Haus mit 120 Quadratmetern Wohnfläche und einem jährlichen Wärmebedarf von 15'000 Kilowattstunden. Für den Vergleich mit einer Gasheizung wird ein aktueller Schweizer Gaspreis von durchschnittlich 0.14 CHF pro Kilowattstunde zugrunde gelegt. Die voraussichtlichen Verteuerungen durch steigende CO₂-Abgaben sind beim Gaspreis noch nicht berücksichtigt.

Heizsystem

Anschaffungskosten*

Anschaffung nach Förderung**

Brennstoffkosten* für 20 Jahre

Gesamtkosten* nach 20 Jahren

Hackschnitzelheizung

44'500 CHF

38'500 CHF

12'000 CHF

50'500 CHF

Holzvergaser (Scheitholz)

25'500 CHF

19'500 CHF

33'000 CHF

52'500 CHF

Pelletheizung

40'000 CHF

34'000 CHF

30'000 CHF

64'000 CHF

Gasheizung

25'000 CHF

25'000 CHF (keine Förderung)

42'000 CH

67'000 CHF

* Preise sind Durchschnittswerte und dienen zur Orientierung. Stand: Juli 2026
** Ob und in welcher Höhe Fördermittel verfügbar sind, hängt vom jeweiligen Kanton ab.

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Förderung für Holzheizungen in der Schweiz 2026

Moderne Holzheizungen zählen zu den klimafreundlichen Biomasseheizungen, die vom Staat gefördert werden. Als Heizungsförderung kommt zum Beispiel das Gebäudeprogramm oder das Impulsprogramm infrage.

Die kantonale Förderung für eine typische 15-kW-Holzheizung in einem Schweizer Einfamilienhaus bewegt sich in einer Spanne von 3'750 bis 10'000 CHF. Die grosse Bandbreite entsteht dadurch, dass jeder Kanton sein Förderprogramm eigenständig gestalten kann.

Holzheizung mit Pufferspeicher und anderen Heizungen kombinieren

Die Kombination einer Holzheizung mit Solarthermie und einem passenden Pufferspeicher sorgt für eine bessere Energieausbeute und tiefere Heizkosten. In der Schweiz kann eine solche Hybridlösung zudem helfen, die Anforderungen der kantonalen Energiegesetze und Förderprogramme zu erfüllen.

Warum ein Pufferspeicher beim Heizen mit Holz unverzichtbar ist

Für die meisten Holzheizungen ist die Installation eines Pufferspeichers unverzichtbar, weil er die enorme Hitze des Holzkessels wie eine Batterie aufnimmt. Er speichert das erwärmte Wasser und gibt die Wärme erst dann an die Radiatoren oder die Fussbodenheizung ab, wenn diese im Haus benötigt wird. Dadurch wird verhindert, dass der Kessel ständig nachgefeuert werden muss und überschüssige Wärme verloren geht. Das schont das Material, senkt den Holzverbrauch und ermöglicht es, den vollen Wirkungsgrad der Anlage auszuschöpfen.

Holz‑Hybridheizung mit Solarthermie

Die Kombination einer Holzheizung mit einer Solarthermieanlage ist sinnvoll, um Brennstoffkosten zu sparen und die Sonnenenergie optimal zu nutzen. Im Sommer kann die Solarthermie die Warmwasserbereitung oft komplett übernehmen, sodass der Holzkessel häufig ausgeschaltet bleibt. In der Übergangszeit und im Winter unterstützt die Solaranlage die Holzheizung an sonnigen Tagen. Ein weiterer Vorteil ist, dass Sie nicht von einem einzigen Energieträger abhängig sind. Bei einer Holz‑Solar‑Hybridheizung ist ein Pufferspeicher unerlässlich. Er speichert die überschüssige Energie beider Systeme und gibt sie bei Bedarf an das Heizsystem und die Warmwasserbereitung ab. Je nach Kanton können für solche Kombinationen aus Holzheizung und Solarthermie Förderbeiträge erhältlich sein.

Hybridlösung: Holzheizung mit Wärmepumpe kombinieren

Die Wärmepumpe gilt in der Schweiz als empfohlene Heiztechnologie der Zukunft, da sie Wärme aus Luft, Erde oder Grundwasser sehr effizient nutzt. In Kombination mit einer Holzheizung hat sie den Vorteil, dass viele Modelle im Sommer das Haus auch kühlen können und Sie weniger stark von Holz‑ bzw. Brennstofflieferungen abhängig sind.

Dann lohnt sich eine Holz‑Hybridheizung mit Wärmepumpe:

  • Zur Senkung hoher Stromkosten im Winter: Die Wärmepumpe übernimmt die Grundlast an milden Tagen. Erst an sehr kalten Wintertagen, an denen sie viel teuren Strom für die Spitzenlast verbrauchen würde, schaltet sich die Holzheizung kostengünstig dazu.

  • Für eine maximale Lebensdauer der Geräte: Durch die gegenseitige Entlastung laufen beide Systeme in einem materialschonenden Betriebsbereich. Das reduziert Starts, Lastspitzen und damit den Verschleiss und erhöht die Lebensdauer der Komponenten.

  • Beim Wunsch nach Versorgungssicherheit: Sie können flexibel den Energieträger nutzen, der gerade am günstigsten oder am besten verfügbar ist – zum Beispiel Holz aus der Region oder Strom für die Wärmepumpe. Auch bei extremen Frostperioden können Sie so zuverlässig und vergleichsweise günstig heizen.

Ob und wie eine solche Hybridlösung aus Holzheizung und Wärmepumpe in Ihrem Kanton bewilligt und gegebenenfalls gefördert wird, sollten Sie frühzeitig mit einer Fachperson und der zuständigen Energiefachstelle klären.

Klimabilanz und Feinstaub – wie umweltfreundlich ist Heizen mit Holz?

Im Vergleich zu Erdöl, Erdgas oder Kohle verursachen erneuerbare Energien wie Holz, Wärmepumpen oder Solarenergie insgesamt deutlich weniger Treibhausgasemissionen. Trotzdem ist auch Holz nicht vollkommen emissionsfrei, denn jede Kilowattstunde Energie trägt zur Klimaerwärmung bei.

CO2‑Bilanz: Ist Holz wirklich klimaneutral?

Das Heizen mit Holz gilt oft als klimaneutral, weil Bäume beim Wachsen in etwa dieselbe Menge Kohlendioxid binden, die bei ihrer Verbrennung wieder freigesetzt wird. In der Praxis ist diese Annahme jedoch vereinfacht: Die Verbrennung setzt das gebundene CO2 in kurzer Zeit frei, ein neuer Baum braucht aber Jahrzehnte, um die gleiche Menge wieder aufzunehmen. Zusätzlich fallen Emissionen durch Ernte, Transport und Verarbeitung des Holzes an.

In der Schweiz gilt Holz als klimaverträglicher Energieträger, wenn nur so viel Holz genutzt wird, wie nachwächst, und die Waldbewirtschaftung nachhaltig erfolgt. Eine positive Klimabilanz ergibt sich daher nur, wenn:

  • das Holz aus nachhaltiger, regionaler Forstwirtschaft stammt,

  • die Transportwege kurz gehalten werden,

  • moderne, effiziente Holzheizungen eingesetzt werden.

Welche Holzheizung hat die geringsten Emissionen?

Die geringsten CO₂-Emissionen verursachen Hackschnitzel, das sie bei der Herstellung kaum Energie erfordern. Die Produktion von Pelletheizungen erfordert zwar mehr Energie, dafür verbrennen die sehr trockenen Pellets mit weniger Feinstaubbelastung als Scheitholz oder Hackschnitzel, die eine höhere Feuchtigkeit enthalten.

Bei den CO₂-Werten für Holz sind ausschliesslich die Emissionen von Ernte, Transport und Verarbeitung eingerechnet. Die Holzverbrennung selbst gilt als klimaneutral, weil Bäume beim Wachsen genauso viel CO₂ aufnehmen, wie beim Verbrennen freigesetzt wird. Bei Erdgas und Erdöl kommen dagegen noch die massiven Emissionen der eigentlichen Verbrennung hinzu.

Heizungstyp

CO₂-Emissionen

Hackschnitzel

ca. 25 g/kWh

Scheitholz

ca. 27 g/kWh

Pellets

ca. 28 g/kWh

Erdgas

ca. 276 g/kWh

Erdöl

ca. 318 g/kWh

Quelle: co2online

Feinstaub‑ und Schadstoffemissionen:

  • Moderne Pelletheizungen verbrennen durch den automatischen, dosierten Brennstoffeintrag und den trockenen Brennstoff sehr sauber und emittieren in der Regel weniger Feinstaub als einfache Scheitholzfeuerungen.

  • Automatische Hackschnitzelheizungen können ebenfalls emissionsarm laufen, benötigen aber sehr gut aufbereiteten Brennstoff und eine korrekte Einstellung.

  • Ältere Scheitholz‑Öfen und Cheminées verursachen deutlich höhere Feinstaubemissionen und stehen im Fokus der Luftreinhaltepolitik.

Feinstaubbelastung senken – Tipps für emissionsarmes Heizen

  • Möglichst trockenes Holz nutzen: Scheitholz sollte eine Restfeuchte von unter etwa 20 Prozent aufweisen. Dafür muss es richtig gelagert oder ofenfertig gekauft werden. Zu feuchtes Holz verbrennt unvollständig und erzeugt erhebliche Feinstaubmengen.

  • Richtig anzünden: Vermeiden Sie Anwendungsfehler, etwa die Feuerungsanlage zu überfüllen, zu spät nachzulegen oder den Brennstoff falsch anzuzünden. Scheitholz sollte im Ofen von oben nach unten angezündet werden, damit die entstehenden Gase direkt durch die Flammen strömen und sauberer verbrennen.

  • Feinstaubminderung: Moderne Feinstaub‑Lösungen (elektrostatische oder katalytische Abscheider) reinigen das Abgas und können die Staubbelastung im Kamin deutlich senken. In der Schweiz erfüllen moderne Holzheizungen bis 70 kW die gesetzlichen Grenzwerte in der Regel auch ohne zusätzlichen Filter.

  • Regelmässige Wartung und Kontrolle: Lassen Sie Ihre Holzheizung regelmässig von einer Fachfirma und dem Kaminfeger warten. Dabei sollten insbesondere die Emissionen sowie der Zustand von Kamin und Feuerraum geprüft werden. Das Brennstofflager sollte auf Trockenheit, Sauberkeit und Schimmel kontrolliert werden.

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Häufig gestellte Fragen

Wie lange hält eine Holzheizung?

Die durchschnittliche Lebensdauer einer Holzheizung beträgt etwa 20 Jahre, kann bei regelmässiger Wartung und Pflege jedoch auch deutlich länger ausfallen.

Sind Holzheizungen in der Schweiz noch förderfähig?

Ja, moderne Holzheizungen sind in vielen Kantonen in der Schweiz noch förderfähig. Die Förderbeiträge für ein Einfamilienhaus liegen je nach Wohnort meist zwischen 3'750 und 10'000 CHF.

Was ist billiger zum Heizen, Öl oder Holz?

Aufgrund der niedrigeren Brennstoffkosten und der Befreiung von der CO₂-Abgabe ist das Heizen mit Holz langfristig deutlich billiger als mit Öl, auch wenn die Anschaffung der Anlage zunächst teurer ausfällt.

Was kostet eine Holzheizung für ein Einfamilienhaus in der Schweiz?

Eine Holzheizung für ein Einfamilienhaus kostet in der Schweiz inklusive Montage und allem nötigen Zubehör je nach System ungefähr zwischen 22'000 und 50'000 CHF.

Die durchschnittlichen Anschaffungskosten im Überblick:

  • Holzvergaserheizung: ca. 22'000 bis 29'000 CHF

  • Pelletheizung: ca. 35'000 bis 45'000 CHF

  • Hackschnitzelheizung: ca. 39'000 bis 50'000 CHF

Lohnt es sich, mit Holz zu heizen?

Eine Holzheizung rechnet sich dank niedriger Brennstoffkosten und staatlicher Förderungen oft auf lange Sicht, was sie besonders für die Modernisierung von Bestandsgebäuden attraktiv macht. Bei einem Neubau werden hingegen meist Wärmepumpen, oft in Kombination mit einer Solaranlage, empfohlen. Gut gedämmte Häuser haben einen sehr geringen Wärmebedarf, sodass emissionsfreie Systeme ohne grossen Platzbedarf für ein Brennstofflager hier effizienter, platzsparender und umweltfreundlicher arbeiten.

Brauche ich einen Pufferspeicher für meine Holzheizung?

Für die allermeisten Holzheizungen ist ein Pufferspeicher unverzichtbar, da dieser die enorme Hitze des Heizkessels speichert und erst bei Bedarf an die Räume abgibt. Das dadurch seltenere Nachfeuern schont das Material, senkt den Holzverbrauch und sichert den optimalen Heizbetrieb der Anlage.

Lina Strauss, Online-Redakteurin
Lina Strauss
Lina Strauss ist seit über drei Jahren bei Aroundhome und hilft unseren Leser:innen mit ihren Artikeln dabei, die wichtigsten Infos zu allen Themen rund ums Haus auf einen Blick zu finden. Ihr Interesse liegt vor allem bei zukunftsweisenden Themen aus dem Energie- und Immobiliensektor.

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